Ein Garten für jede Jahreszeit

Der Wintergarten erlebt heute eine neue Blüte

Wintergarten – Früher als Veranda oder Orangerie bezeichnet, erlebt der Wintergarten heute eine neue Blüte. In ihm kann man die Natur das ganze Jahr hindurch geniessen, gut geschützt und doch sozusagen unter freiem Himmel.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war der Wintergarten, damals noch als Veranda oder Orangerie bezeichnet, sehr beliebt. Heute erlebt er als Folge der Energiediskussionen eine neue Blüte. Neue technische Erkenntnisse und verbesserte Produkte ermöglichen es, auch unter Einbezug natürlicher Energiequellen, ihn das ganze Jahr über zu bewohnen. Im angelsächsischen Raum bezeichnet man einen Wohn-Wintergarten heute als Sunroom. Er ergänzt das Haus mit einem lichtdurchfluteten Raum und erhöht dadurch die Wohnqualität. Hier kann man die Natur das ganze Jahr hindurch geniessen, gut geschützt und doch sozusagen unter freiem Himmel, umgeben von Pflanzen, die sonst nur in mediterranen bzw. subtropischen Gebieten gedeihen. Es wird eine ganz neue Wohnatmosphäre geschaffen.

Das Konzept, das die Gegebenheiten der Bauphysik, Baustatik, dem Themenkreis Ökonomie ⁄ Ökologie, der Ästhetik und den höchsten qualitativen Anforderungen sowie den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen der Bauherrschaft genügen soll, ist optimal zu koordinieren. Es darf kein Zufallsprodukt, sondern muss Ergebnis fachübergreifender Zusammenarbeit von führenden, kreativen Spezialisten sein. Dieses Konzept gilt es zu erstellen, noch bevor die ersten Arbeiten zur Aufwertung der Liegenschaft in Angriff genommen werden. Am besten vergisst man, was man bisher über Wintergärten und Glasbauten gehört hat und informiert sich über den aktuellen Stand.

Grosser ästhetischer Gewinn

Aussen- und Innenbeschattungen bzw. Storen werden für den Hitze- und Blendschutz nicht mehr benötigt. Formgebung und Grösse von Glasdächern und Fassaden werden frei gestaltbar. Eine eingeschränkte Aussicht und zu stark reduzierter Lichteinfall müssen nicht mehr in Kauf genommen werden. Daraus resultiert auch ein grosser ästhetischer Gewinn: Unterhalt und periodischer Ersatz von Storen sind kein Thema mehr, weil man sie gar nicht mehr benötigt. Dadurch wird ein ganzjährig bewohnbarer, komfortabler Wohnraum ermöglicht.

Standort für Whirlpools und kleine Schwimmbäder

Thermisch getrennt, mit natürlicher oder elektro-mechanischer Lüftung und evtl. Entfeuchtung, dient der Wintergarten als zusätzlicher naturnaher Raum, um die warme Jahreszeit zu verlängern, d.h. im Frühling früher und im Herbst länger «draussen» zu sein. Der Wintergarten wird heute oft auch als Standort für Whirlpools oder kleine Schwimmbäder genutzt. Im Winter dient er als frostfreier Ort für mediterrane Pflanzen, die im Sommer draussen sind. Öffnungsmöglichkeiten gegen aussen – Fenstertüren, Schiebe-, Roll- und Faltwände – sind möglich. Mit speziellen, im Boden versenkten äusseren Entwässerungsrinnen können schwellenlose Ausgänge ins Freie rollstuhlgängig gebaut werden.

Das gute Gelingen eines Glasanbaues, sofern er auf gewachsenem Terrain erstellt werden soll, steht und fällt mit der statisch richtigen, stabilen, mit dem Gebäude verbundenen Fundation, die bei nicht isolierten Glasbauten oder Glasdächern punktuell, bei Wintergärten und Sunrooms als Streifenfundament bis unter die Frostgrenze reichen muss. Die Bodenplatte eines isolierten Glasanbaues dagegen muss ebenfalls gut isoliert und vor aufsteigender Feuchtigkeit geschützt werden. Die Pläne für die Ausführung gehen aus der Gesamtplanung des Glasbauers hervor, werden dem Baumeister zur Verfügung gestellt und auf genaue Umsetzung am Bau kontrolliert.

Verglasungs- und Sonnenschutzsysteme

Bei unisolierten Glasdächern ⁄ Sitzplatzverglasungen ist die Dachverglasung vorschriftskonform aus Verbundsicherheitsglas auszuführen. Als Hitzeschutz empfiehlt sich hier eine Blend- und Hitzeschutzverglasung, damit auf äussere Beschattungen verzichtet werden kann.

Bei isolierten Wintergärten ⁄ Sunrooms ist die Dachverglasung vorschriftskonform aus Einscheiben-Sicherheitsglas über Verbund-Sicherheitsglas mit eingebautem Hitzeschutz auszuführen, der im Sommer von oben eingestrahlte Hitze bis zu 90 % zurück nach aussen reflektiert. Vertikal-Glasfelder sollten einen möglichst guten Isolationswert ausweisen und sind aussen mit einem Einscheiben-Sicherheitsglas und innen mit Float-Glas ausgerüstet. So kann bei tiefem Sonnenstand und flachem Einstrahlungswinkel im Herbst, Winter und im Frühjahr genügend Wärme gewonnen und durch passive Nutzung die natürliche Energie für die Raumerwärmung genutzt werden.

Von: Anita Müller, CEO Sunbilt (Schweiz) AG, Bern-Liebefeld