Das Konzept der generationenübergreifenden Wohngemeinschaft

Bis 2030 wird die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer über 65 Jahre um 66 % ansteigen.

Diese Zahlen sind hoch, verglichen mit der schweizerischen Gesamtbevölkerung, die für 2030 auf 8,7 Millionen geschätzt wird. Und obwohl die Armut bei älteren Menschen dank gewisser soziopolitischer Erfolge rückläufig ist, haben Senioren dennoch häufiger finanzielle Schwierigkeiten und leiden unter Einsamkeit und Isolation.

Der generationenübergreifenden Wohngemeinschaft liegt noch ein zweites Phänomen zugrunde: die Wohnungskrise in der Schweiz. Es ist schwer, eine Wohnung zu finden. Diese Tatsache wird vom Mangel an Neubauten, der für die spärliche Anzahl freier Wohnungen verantwortlich ist, noch verstärkt. Hinzu kommen Probleme mit Bürgen oder zu hohen Mieten für Studierende.

Angesichts dieser Bilanz bietet sich die generationenübergreifende Wohngemeinschaft als gewagte und zukunftsträchtige Alternative an.

Das Konzept der generationenübergreifenden WohngemeinschaftWelche Vorteile bietet diese innovative Form des Zusammenlebens?

Wie bei einer klassischen Wohngemeinschaft leben auch in der generationenübergreifenden Wohngemeinschaft mehrere Menschen unter einem Dach zusammen. Mit dem einzigen Unterschied, dass es sich hier um eine ältere Person handelt, die einen Studenten oder einen berufstätigen jungen Menschen sucht, um ihr bei Alltagsaufgaben zur Hand zu gehen, im Gegenzug zu einer attraktiven Miete wohnen kann.

Häufig muss der Student kleinere Arbeiten im Haus und im Haushalt erledigen und auch manchmal abends anwesend sein, da Senioren Gesellschaft sowie die Gewissheit haben möchten, nicht alleine zu sein. Trotzdem ist Vorsicht vor Missbrauch geboten, denn die Studenten sind keinesfalls Haushaltshilfen oder billige Arbeitskräfte, um grössere Arbeiten durchzuführen!

Im Gegenzug verpflichten sich die Jüngeren, den Lebensrhythmus ihres Mitbewohners zu respektieren: Partys mit Freunden bis morgens um 4 Uhr oder lautes Musikhören im Zimmer sind tabu.

Die Einschränkungen, die diese Wohnform mit sich bringt, werden von den zahlreichen Vorteilen allerdings mehr als wettgemacht: günstigere Miete für beide Parteien, eine einmalige menschliche Beziehung, eine grosse und geräumige Wohnung für die Studenten, die Gewissheit, nicht alleine zu sein und Gesellschaft für die Senioren.

Zwei Generationen unter einem Dach vereinen: ein nicht immer einfaches Vorhaben!

Diese Form des innovativen Wohnens ist bei Senioren häufig unbekannt und kann mit Vorurteilen behaftet sein. Die generationenübergreifende Wohngemeinschaft wurde dank des Internets stark mediatisiert; doch dieses Medium wird von jungen Leuten viel und von Älteren weniger genutzt. Ergebnis: Die Nachfrage nach dieser Art der Wohngemeinschaft ist grösser als das Angebot.

Viele Vereine und Organisationen wenden bedeutende Kommunikationsmittel auf, um dieses Konzept bei älteren Menschen bekannt zu machen. Diese Kommunikationsmittel ermöglichen es ausserdem, die Bedenken von Senioren aus dem Weg zu räumen, einen „Fremden“ bei sich aufzunehmen, noch dazu einen jungen Menschen, der ihren Lebensrhythmus stören könnte.

Folglich ist es äusserst wichtig, dass sich beide Generationen treffen, um eine Art Vertrag auszuhandeln. Die Erwartungen und Anforderungen beider Parteien müssen besprochen werden, um böse Überraschungen im weiteren Verlauf zu vermeiden. Nach der gegenseitigen Vorstellung wird eine Vereinbarung getroffen. Es sollte ein moralischer Vertrag unterzeichnet werden, der die Höhe der Miete und die „Pflichten“ beider Parteien festhält. Das Schweizerische Recht sieht keine Bestimmungen für diese Form des Zusammenlebens vor, da es sich um Untervermietung handelt.

Auf www.easywg.ch können Sie den idealen Mitbewohner finden.

Quelle: http://www.bfs.admin.ch